Depressionen und psychosomatische Störungen bei Behinderung/chronischer Erkrankung im Fokus der Selbsthilfe

Aufklärung, Aktivierung und Vernetzung der Selbsthilfe für präventive Maßnahmen gegen Depressionen und psychosomatische Störungen unter genderspezifischen Aspekten

Zeitraum: 15.05.2010 – 31. 07.2013 Ein Projekt der Landesarbeitsgemeinschaft SELBSTHILFE NRW e.V und des NetzwerkBüros Frauen und Mädchen mit Behinderung/chronischer Erkrankung NRW Gefördert von der AOK Rheinland/Hamburg und der AOK NORDWEST

Projekthintergrund

Behinderte und chronisch erkrankte Menschen sind von vielfältigen Stress erzeugenden Lebensbedingungen umgeben. Dazu gehören Formen der gesellschaftlichen Ausgrenzung bis hin zur Diskriminierung aufgrund körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung sowie ein Mangel an psychosozialer Unterstützung bis hin zu Isolation und Vereinsamung. Sind nicht ausreichend Ressourcen und Bewältigungsmöglichkeiten vorhanden, um diesen chronischen Belastungen begegnen zu können, können sich gravierende psychosomatische und psychische Störungen wie Depressionen entwickeln. Bereits 2000 ergab die LIVE Studie zur Lebenssituation von Frauen mit Behinderung / chronischer Erkrankung, dass 93,5% aller befragten Frauen im Zeitraum eines halben Jahres vor der Befragung häufig gesundheitliche Beschwerden festgestellt haben in Form von Erschöpfungszuständen, Schlafstörungen, Schmerzen, Herz-Kreislaufstörungen und Depressionen. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine 2011 von der Universität Bielefeld erstmalig repräsentativ durchgeführte Studie zur Lebenssituation und Belastungen von Frauen mit Behinderungen in Deutschland. Von der Mehrheit der Befragten wurden zusätzlich zu den gesundheitlichen Beeinträchtigungen psychische Probleme benannt. Zu den psychosozialen Belastungen kommen häufig latente bis massive Angstformen hinzu: Angst vor der Verschlechterung des Zustandes, vor der Zukunft oder vor dem tödlichen Verlauf der Behinderung / Erkrankung. Bei fehlender Möglichkeit der Aufarbeitung der Ängste können sich vielfältige psychische und psychosomatische Störungen chronifizieren, was sich negativ auf den gesamten Verlauf einer Behinderung bzw. Krankheit auswirkt und ausgeprägte Konsequenzen für das gesamte Leben zur Folge haben kann (Arbeitslosigkeit / Rente / Armut / soziale Isolation).

Projektziele

Mit dem Ziel einer verbesserten Prävention bei Depressionen und psychosomatischen Störungen bei Behinderung/chronischer Erkrankung, haben sich die LAG SELBSTHILFE NRW e.V. und das NetzwerkBüro Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung NRW der Thematik angenommen und ein Projekt auf die Beine gestellt. Finanziert wird das Projekt von der AOK Rheinland / Hamburg und AOK NORDWEST im Rahmen der Selbsthilfeförderung. Inhaltliche Schwerpunkte des Projekts sind:

  • Sensibilisierung und Aufklärung der kommunalen und landesweiten Selbsthilfe und (psychosozialen) Gesundheitsversorgung zum Thema Depressionen und psychosomatische Störungen bei Behinderung/chronischer Erkrankung
  • Vermittlung von Handlungsstrategien zum Umgang mit Depressionen und psychosomatischen Störungen für Selbsthilfeverbände- und gruppen
  • Auf- und Ausbau regionaler ExpertInnenpools für eine effektive Unterstützung Betroffener

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter: www.netzwerk-nrw.de/projekte.html